Güter und Besitzungen des Stammes  Brunn                                           

 

 

 

                                                      Brunn   poln. Bezrzecze

                                                                       und

                                                      Günnitz     poln.  Gunice

 

                                  

 

    Herrenhaus  Brunn  aus

                                                                                                                      Dobra i Okolice

 

Brunn erscheint in der pommerschen Geschichte erstmalig unter dem Namen „Brunneke“ als Landbesitz der Collegiatskirche zu St.Marien in Stettin , 1266 vom Herzog Barnim pfandweise verliehen. In einer Urkunde vom Jahre 1336, welche die Bestätigung aller Capitelgüter durch Herzog Otto I. enthält, wird der Ort als Landbesitzung zum ersten Male „Brunne“ genannt. 1480 erteilte Herzog Bogislav denen von Lindstedt auf Hagen die Erlaubnis, das der Stiftskirche verpfändete Brunn einzulösen und als erbliches Eigentum zu besitzen. Am 26.7.1585 kaufte der Pommern-Stettinsche Kanzler Otto von Ramin ("der Jüngere") auf Krackow und Petershagen (* 29.4.1536, † 18.2.1610) von den von Lindstedt das Gut sowie alle Gerechtigkeiten und vertauschte den ihn vom Herzog verliehenen alten Bischofsitz zu Stettin gegen den Glambecksee. Die Belehnung erhielt er vom Herzog Ernst Ludwig am 3.11.1585.

1880 wurde das Schloss Brunn von dem Geh.Regierungsrat Otto Friedrich Gebhard v.Ramin (*15.7.1815, † 5.7.1882) im englischen Tudor Stil renoviert, im Jahre 1883 (Urkunde vom 26. Mai 1883 GPStA  I HA Rep. 84 a) wurde das Gut fideikommissarisch mit dem Gutsanteil Günnitz A verbunden.  Der Gutsteil Günnitz B wurde erst durch Nachstiftung mit Urkunde vom 17.4.1911 in das Fideikommißvermögen einverleibt (ebd.). Am 27.Dez. 1926 verzichtete der Fideikommißbesitzer Rittmeister a.D. Eberhard v.Ramin (Enkel des Otto v.Ramin) auf das Fideikommiß. Es fiel damit an seinen Sohn Barnim (s.u.) und wurde gemäß Zwangsauflösungsverordnung vom 19.11.1920 dessen Hand freies Vermögen (ebd.).

Im 2. Weltkrieg wurde  die Schloßbesitzung Brunn an Karl v.Schöning-Klemmen und Ria v.Schöning verkauft. Der letzte Ramin´sche Herr auf Brunn und Günnitz war Barnim Friedrich Ludwig Erdmann v.Ramin, (*24.1.1911, Rittmeister d.R.) verheiratet mit Gustava geb. v.Hagen. Er kehrte aus dem Kriege als vermißt in Russland ( † im März 1945) nicht zurück. Gustava fand nach ihrem Tode ihre letzte Ruhe im Familiengrab der Hagen in Wasbüttel bei Gifhorn, in der Gedenkstätte auf dem Waldfriehof in Günnitz wurden beider Namen auf einem Gedenkstein eingraviert.

Das Schloss Brunn wurde offenbar im Rahmen der Luftangriffe auf Stettin 1945 zerstört, auch Günnitz ist heute wüst und verschwunden.

(Pf.Lesko / Dt.Adelsblatt Nr.2, 28 Jhg., 1989)

 

 

      

 

 
                                                   Nassenheide  poln.  Rzędziny

Nassenheide war im gesamten Mittelalter in den Händen der Familie v.Ramin, nach Kalita-Skwirzynska war bereits 1412  Friedrich Christoph v.Ramin Besitzer von Nassenheide , 1507 ging der Besitz an Busso v.Ramin, nach v.Lepel erst seit 1551 Raminer Besitz, es gehörte zur gelben Linie zusammen mit Böck und Daber. Nach weiteren schweren Verlusten von Einwohnern durch die Kriege gegen Schweden verkauften (?)  die Ramine das Gut 1654 an den schwedischen Oberbefehlshaber der Stettiner Garnison, Major Georg von Löwenborgk.  Zuvor war diese Teil Pommerns nach dem Tod des Herzogs Bogislaw XIV. an Schweden und die Königin Christina gefallen, die sich dann von Böck und Nassenheide trennte und beide dem Major v.Löwenborgh schenkte (Kalita-Skwirzynska). Es konnte bisher nicht geklärt werden, warum die Ramine gerade diesen Besitz verloren. Gegen Ende des Jahrhunderts übernahm dann der schwedische Major Theophilus Michaelis Nasenheide, (Epitaph in der Kirche von Böck).  1720 kaufte dann der preuß. General und Kommandant der Festung Küstrin , Otto Gustaf v.Lepel , Nassenheide. Es blieb im Besitz der gräfl. Familie v.Lepel bis 1826, als der gräfl. Zweig der Familie im Mannesstamm erlosch, und der Besitz auf die Enkel teils in der Gräfl. Familie v.Henckell und Donnersmarck sowie teils der Familie v.Schmeling überging. 1872 kaufte das Gut Graf Harry v.Arnim, Ehemann der britischen Schriftstellerin Elisabeth v.Arnim. Es blieb v.Arnim´scher Besitz bis 1910. Das Schloss wurde am 17.8.1944 nach einem Luftangriff auf Stettin durch einen zurückfliegenden Bomber, der seine restliche Bombenlast abwarf, völlig zerstört.

 

                                                              

           

                                            Vorwerk   Wilhelmshof      

Versiedelung  ca.  1918 - 1920.   Heute  :  restaurierte kleine Kapelle       

                                   

                                                               Wartin

Südlich von Penkun gelegen, war das Rittergut Wartin ursprünglich ein Lehnsgut der Familie von Blankenburg, dann der von Ramin. Christoph von Ramin findet sich 1597 als Besitzer.  (Alfeld u. Lange - Wartin S. 25). Bertold Friedrich von Ramin zedierte 1699 (1695) sein Lehnsrecht zugunsten des Landrates Christoph von der Osten, der nicht nur den Raminschen Teil, sondern auch einen kleineren  Anteil des Majors Carl Heinrich von Wussow übernahm und seit 1704 ganz Wartin besaß. Ihm folgte sein Sohn Joachim Bernd von der Osten (1717). Seine Kinder verkauften das 1778 allodisierte Gut im Jahre 1785 an den Hauptmann Friedrich Berndt Georg von Ramin. Dann gelangte Wartin 1844 an Carl Friedrich W. Rösecke. ( H.Sieber). Der letzte Gutsbesitzer war Hauptmann Bruno Böttger seit 1905 . Er verkaufte das Gut im Jahr 1928 an die Siedlungsgesellschaft für innere Kolonisation, es wurde zersiedelt und es enstanden 70 Bauernhöfe, 18 Arbeiterstellen und 2 Handwerkerstellen (Schmiede und Stellmacherei). (Alfeld u. Lange s.o.). 1933 befand sich im Schloss eine NS-Gauführerschule.

Heute ist der Besitzer die Stiftung  Collegium Wartinum des Vereins Europäische Akademie Schloss Wartin, bewohnt und verwaltet von den Professoren Mengel und Elworthy, die es für wissenschaftliche und künstlerische Tagungen und für Studienwochenenden mit Ihren Studenten nutzen.

 

                                                    

 

                         Herrenhaus Schloss Wartin  -   Sammlung A.Duncker
 
 
 
                 Schloss Wartin  2012  ( Autor Florian Koppe )

                                                         

 

                                                              Damitzow 

gelegen am Schloßsee bei Tantow
1248  urkundlich erwähnt in einer Urkunde,  in der Herzog Barnim I. dem Kloster Walkenried den Hof Damitzow mit 54 Hufen und das Feld Radekow mit 36 Hufen verleiht.

   27.04.2009  www.Uckermark-region.de

 

   Damitzow heute. C. alleburgen.de