Güter und Besitzungen der Seitenlinie Brüssow                                                 

 

 

                                                                     Brüssow

 

Heinrich von Stegelitz war im 13. Jahrhundert der erste Grundherr des uckermärkischen Rittersitzes Brüssow. Laut Urkunde wurde die Stadt Brüssow von ihm am 10.Januar 1259 gegründet. Nachdem Henning von Stegelitz ca. um das Jahr 1435 Brüssow verließ, erhielten die aus Pommern stammenden Brüder Claus (†1486) und Otto (†1473) von Ramin Brüssow vom Stettiner Pommernherzog Joachim zu Lehen. (Staatsarchiv Stettin / Anhang I Nr. 8 in Arch.Pomer. anno 1449).

Danach verblieb das „ritterschaftliche Städtchen“ Brüssow bis 1725 im Besitz der Familie von Ramin, seit ca. 1590 wurde es wie ein Dorf mit einem Schulzen verwaltet, das Brüssow einst die Rechte einer Stadt ( als Mediatstadt ) gehabt hatte, war gegen Ende des 17.Jahrhunderts völlig in Vergessenheit geraten. die städtische Steuerform der Akzise wurde erst 1716 eingeführt.

    

                     Gutshaus Brüssow  einst                                       Gutshaus Brüssow  heute

                                 (mit freundlicher Genehmigung der heutigen Besitzerin Frau Ingrid Haase).

 

 

                                                                         

 

                                                                 Stadtwappen  Brüssow           

    

Schon unter dem Vater Barthold Friedrich, geb. 1650, gest. 18.2.1706,   und sodann nach der schwierigen Erbschaftsteilung  mit Verlosung von drei Kaveln unter den Brüdern Friedrich Ehrenreich (der Vater, geb. 5.6.1685, gest. 1734,  s.u.), Adolph Christoph (geb. 19.3.93, gest. 14.5.1728) und Markus Heinrich (geb. 2.4.1695) war die Besitzung Brüssow  ( großer Hof, alter Hof, neuer Hof ? und Wolschow)  derart hoch verschuldet, dass es  1725 zur Zwangsversteigerung kam.  Als einziger Bieter trat der Adjunctus Fisci Voßwinkel für König Fr.W. I auf und ersteigerte die gesamte Besitzung für den Kronprinzen Fr.II.  zu einem Preis von 44 000 Talern.  Als die Brüder später mehrmals per Eingabe an den König um Wiedereinlösung des Gutes – auch mit dem Hinweis darauf, Brüssow und Wollschow wären 80 000 Taler wert – baten, wurde diese Wiedereinlösung mehrmals „hartherzig“ abgewiesen. Seither war das Gut kronprinzliche Domäne, später Königliches Domänen Amt.  ( Jahrbuch des Uckermärkischen Museums- und Geschichtsvereins in Prenzlau 1941).

 

„Ironischerweise“ wurde dann später der Sohn Friedrich Ehrenreich (geb. 9.4.1709 , gest. 2.12.1782)  unter König Fr.II  ein von diesem protegierter Generallieutnant und von 1767 bis zu seinem Tode Gouverneur der Stadt Berlin, residierend im Gouverneurshaus. Dies infolge der guten Dienste und vortrefflichen Haltung in den drei schlesischen Kriegen, insbesondere in der Schlacht bei Zorndorf. Er erhielt den Schwarzen Adler Orden verliehen und mit dem Ausscheiden aus dem Militärdienst als Präbende Cammin als Domprobst.

Am 22.Oktober 1935 übergab Göring im Auftrag Hitlers das modernisierte Gutshaus dem Feldmarschall und alten Husarengeneral August von Mackensen (1849 - 1945) als Schenkung und Erbhof, der es dann im Februar 1945 verlassen mußte.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Gutshaus zuerst russische Kommandantur, dann 1947 als Schule zur Verfügung gestellt. Erst Zentralschule, dann Mittelschule mit Internat. 2003 erwarb der bekannte Berliner Edelstahl-Bildhauer Volkmar Haase mit seiner Ehefrau Ingrid das Anwesen mit Gutshaus und Park als Ateliergebäude und Ausstellungsgelände. Seit seinem Tod am 14.08.2012 verwalten seine Frau Ingrid und Tochter Katja mit viel Liebe und Sachverstand das Atelier-Museum und den Skulpturen-Park. In einem Raum findet sich eine umfangreiche Ausstellung zur Geschichte des Hauses, sachkundig und liebevoll von Frau Ingrid Haase zusammengestellt. (s. Katalog Volkmar Haase - Skulpturen in Brüssow im alten Gushaus  1956 - 2008 ).

 

 

weitere zwischenzeitliche Besitzungen:    Baumgarten, Carmzow, Schenkenberg, Wollschow, Wolterdorf (Kaveln), Zernikow (Gemeindeteil von Holzendorf, heute Gemeinde Nordwestuckermark)

                                                                     Carmzow

In der Kirche in Carmzow findet sich eine Grabplatte aus Sandstein mit Busso v.Ramin im Relief in Ritterrüstung, neben dem ritterlichen Schwert links findet sich in rechter Hand oben ein Stab als Zeichen der Würde als Amtshauptmann und Geheimer Rat. Über beiden Schultern sind die elterlichen Wappen Ramin und Eickstedt dargestellt, drei Spruchbänder laufen um die Darstellung herum mit Auskunft über seinen Namen, seine Ämter und seine Lehen sowie das Datum seines Todes  bzw. der Beisetzung.

  (Foto Autor Heinz Pöller)

 

Busso war der älteste Sohn des Christoph v.Ramin, (gest.  1552), auf Boeck, Kasekow und Woltersdorf, und seiner Frau Anna v.Eickstedt.

Herr auf Carmzow, Schenkenberg und Baumgarten. Geb. 21.8.1536, gest. in Carmzow 8.9.1608 (72jährig), dort in der Kirche beigesetzt. Er war kurfürstlich brandenburgischer Geheimer Rat und Oberaufseher der Herrschaft Mansfeld, seit 1579 pommerscher Amtshauptmann zu Treptow und Clempenow. Verheiratet 1.10.1581 mit Margarete v.Bibow a.d. H. Westenbrügge.  Durch die Wolgaster Erbteilung 1593 zwischen den drei Brüdern Busso, Henning und Christoph erhielt Busso die Lehnsgüter Carmzow und Baumgarten. (H.Pöller - Carmzow  1354 - 2004)