Güter und Besitzungen

 

                                                                   Die  Linien

 

Im Laufe des 14.oder 15. Jahrhunderts teilte sich das Geschlecht in zwei bzw. drei Linien : die Raminsche, die Krackowsche ( die "braune Linie") und die  Boecksche Linie ( die "gelbe Linie" in den Lehnsakten, teils auch als "rote" Linie bezeichnet), s.u.

Zugehörig waren, wechselnd in den Zeitläufen, Gemarkungen bzw. Güter : Ramin, Krakow b und c (kamen ca. 1705 an die neumärkische uradelige Familie v.Ploetz : Hans Joachim v.Ploetz * 1622, + 7.7. 1675 in Stettin, ehelichte 1646 Tessina Margarete Phillipina Erneste v.Ramin a.d.H. Krakow - Bagmihl und Gothaisches Taschenbuch 1907), Boeck, sodann Schmargerow, Saltzow, Teile von Retzin, Sonnenberg, Wilhelmshof, zeitweilig Lebbehn (beide Teile ab 1753), Kyritz, Grambow, Gellin, Bismark usw. sowie Daber, Nassenheide, Sparrenfelde, Günnitz, Brunn, Wartin, Stolzenburg, Blankensee, Gorin (Glashütte), Kasekow, Lentzen, Pampow, Plötz, Plöwen, Raminshagen,  Damitzow, und Brüssow, Baumgarten, Wollschow, Teile (Caveln) von Woltersdorff, Zernikow (Gemeindeteil von Holzendorf, heute Gemeinde Nordwestuckermark), usw.

Gegründet wurden Vorwerke wie Sonnenwald, Aalgraben, Fuchsloch, Grunewald, Habichthorst, Laak, Neuhof, Marienthal . (K.Kalita-Skwirzyńska, M.Opęchowski

 

                                                                Ramin   (Rambyn)

Das Dorf  Ramin im Randow Kreis in Vorpommern darf nicht verwechselt werden mit dem Kloster Rambin auf Rügen bei der Stadt Bergen. Erste urkundliche Erwähnung .....   ca.  1240  ( 750 Jahrfeier in 1990).

Das Gutshaus Ramin, ursprüngliches Baujahr nicht bekannt, massives Kellergeschoß mit meterdicken Felssteinmauern (Findlingsgrundmauern). Barocker zweigeschossiger Neubau ca. 1750 auf den alten Grundmauern und Kellergewölben des Vorgängerbaus in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Familienwappen über dem Portal oben am Mittelrisalit.  Erdgeschoß mit großer Halle, Decke in der Nazizeit getäfelt mit nationalistischen Intarsien (das Gut war in dieser Zeit  HJ-Gebietsleiterschule: "Haus Mallon".).

Von 1945 - 49 Flüchtlingsunterkunft wurde dann dortselbst eine Landwirtschaftsschule und Schäferschule bis 1969 untergebracht. Ober- und Dachgeschoß wurden später ausgebaut mit Vermehrung der Anzahl der Dachgauben und Ausbau mit Schlafkammern und Bädern für das Heim schwer erziehbarer Jugendlicher 1969 bis 2003. Dann Verkauf durch den Landkreis Uecker-Randow an Privatinvestoren, die es jedoch nicht nutzten und 5 Jahre ohne Sanierungs- oder Wartungsaktivitäten leerstehen liessen. Jetzige Besitzer sind seit 2008 Frau Jolanta Grenke und Herr Edward Orlowski, die sich bemühen, das Haus sowie die Parkanlage zu sanieren, und einen Förderverein für das Gutshaus und die Förderung der Kunst und der Denkmalpflege gründeten. Es finden regelmäßig Konzerte und Buchlesungen statt. Siehe auch www.gutshaeuser.de und www.gutshaus-ramin.de

Über eine Freitreppe auf der Rückseite des Gutshauses und eine terrassenförmige Wiese gelangt man in die Schloßgartenanlage von 7,5 ha mit großem alten Baumbestand und einem Schloßteich mit kleiner Brücke sowie zwei künstlichen Inseln, angelegt ca. 1751.

Es gibt noch erhaltene Wirtschaftsgebäude wie Kornspeicher, Scheunen und Stallungen, eine Gärtnerei und eine restaurierte Brennerei, Besitzer der Letzteren ist Herr Werner Schmidt.  Den größten Teil der Wirtschaftsgebäude betreibt die erfolgreiche Agrar-GmbH. Ramin.

 

 
 

       Dorfkirche Ramin (älteres Foto : Ansicht von Osten her) - aus einem KIrchenprogrammheft

 

Dorfkirche Ramin : Interieur Ostseite mit Altar und Kanzel  (2015 UvR)

 

Dorfkirche Ramin :  Interieur Westseite mit Orgelempore   (2015 UvR)

Dorf Kirche Ramin :  Glocke mit Doppelwappen v.Ramin  (2015  UvR)

 

 

 

Letzte Herren auf Ramin und Schmagerow  (siehe unten):

Heinrich Bogislaw Friedrich v.R  * 1755  † Schmagerow 9.2.1825 Herr auf Schmagerow und Ramin, kgl. pr. Premierlt. a.D., ∞ 1782 A. Albertine F. v.Gloeden

1. Sohn Karl Otto Friedrich Wilhelm v.R  * Schmagerow 22.4.1788 † 29.12.1852 Stettin, Herr auf Ramin  (verkauft), ∞ 1847 Marie Friederike Daehn gen.v.Sydow

2. Sohn Wilhelm Ludwig Hans Friedr. Alexander v.R * Schmagerow 29.12.1789 † 8.8.1844 Schmagerow, Herr auf Schmagerow und Saltzow, kgl. pr. Oberstlt. a.D., ∞ Henriette v.Saldern aus dem Hause Wilsnack

     1). Sohn von 2. Kuno Friedrich Wilhelm Albert Bernhardt v.R * Berlin 25.3.1823 † 2.7.1879 Pankow bei Berlin, vorm. interimistisch Herr auf Ramin und Sonneberg, kgl. pr. Premierlt. a.D., ∞ 1857 Luise adopt. Fürstenhaupt geb. Schmidt. Sie hatten drei Söhne Konstantin (kgl. preuß. Rittmeister), Viktor (kgl. Preuß Fähnrich mit 22 J. gest.) und Edmund Hans Alfred Richard (vormals Herr auf Gussow bei Königs-Wusterhausen), sowie zwei Töchter Hildegard und Brunhilde.

      2). Sohn von 2. Udo Friedrich Kurt v.R * Schmagerow 24.11.1827 † 1.5.1881 Stettin , Herr auf Schmagerow, Saltzow und Wilhelmshof, ∞  Anna Charl. Emilie Karoline v. Köller-Banner

      Sein Sohn (1)  von 2). Hans Jürgen Berend v.R.  *  Garz 15.7.1861  † 5.2.1929 Potsdam, Oberst a.D. , wohl letzter Herr auf Schmagerow s.unten , ∞ Ursula von Voß

Die Familie von Ramin musste das Gut Ramin schon vor 1892 (ca. 1869/70 oder 1880/85 ?) aus wirtschaftlichen Gründen verkaufen, der Gutsinspektor Holtz war Gläubiger und übernahm das Gut. Es gehörte  nach P.Niekammer 1892 bereits den Holtz´schen Erben, d.h. dem Schwiegersohn der Familie Holtz, dem Regierungsbaumeister Kreis. Dessen Tochter wurde die Ehefrau des nächsten Besitzers (von ca. 1910 – 1931), dem Ökonomen und Chemiker sowie Politiker Geh.Reg.Rat Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm Semmler  (* 11.5.1860, † 15.3.1931), der das Gut von seinen (Schwieger-) Eltern erbte und es als begeisterter Landwirt ausbaute und betriebswirtschaftlich wieder ertragreich und finanziell stabil machte  (Pächter die Pommersche Saatzucht GmbH.). Leider ging er in der Weltwirtschaftskrise 1929/30 am Tabakanbau bankrott. Als er starb – sein Grabmal findet sich im Kirchhof – fiel das Gut an den preußischen Staat, d.h. das Gut wurde von der Deutschen Gesellschaft für Innere Kolonisation aufgekauft und zersiedelt. (Verschiedene Quellen ) Es wurde dann "Reichs-Gebietsführerschule" bis 1945, s.o.

                 

 

 

                                             Gut Ramin auf altem Gemälde  (Besitz  Dr.v.Ramin)

                                                 Maler unbekannt, evtl. ein Familienmitglied ?

  ähnliches Bild auf einer "Familentasse"

                       

                                          

 

                                                     Gutshaus Ramin  heute (2013)

                              (Mit freundlicher Genehmigung Förderverein Gutshaus Ramin e.v. )

 

                                                              Schmagerow

 

Ein Ritter  Godeko (Godekinus) oder Gottfried de Schmogerowe (Vogt/Advocatus zu Pyritz) erscheint urkundlich als Zeuge in zahlreichen Urkunden  in  Luckow in den J. 1260, 1261, 1263, ….   Möglicherweise handelt es sich hier um einen Ritter des slawischen Adels.

öööö

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                           Gutshaus Schmagerow Gartenseite ca. ....? 

Letzte Herren auf Schmagerow : Udo v.Ramin geb. 24.11.1827 gest.1.5.1881   ∞   Anna v.Ramin geb. v.Köller-Banner  geb. 4.7.1838 gest. 12.2.1911  (siehe oben unter Ramin )

Sein Sohn  Hans Jürgen Berend v.R.  * Garz 15.7.1861 † 5.2.1929 Potsdam, Oberst a.D. , war wohl letzter Herr auf Schmagerow , ∞ Ursula von Voß, hat das Gut wohl verkaufen müssen, ca. um 1910. Er hatte drei Schwestern Luise Hildegard, Eva Wanda und Anna Undine Frieda, ausserdem zwei Töchter Maria Augusta (Adi) Sophie Karola und Ursula Elisabeth. Im Mannesstamme ist dieser Zweig Schmagerow somit erloschen.

 

 

 

Grabmal der Eltern des letzten Ramin´schen Besitzers von Schmagerow auf dem Kirchhof der kleinen Dorfkirche Schmagerow

       Dorfkirche Schmagerow : Kanzelaltar  (2015 UvR)

  

     Gutshaus Schmagerow von der Gartenseite 1980, (vor dem Einsturz 1986)

Das Gut Schmagerow wurde ca. im Jahre 1910/11  verkauft an eine Familie  Schwarzlose.  (tel. Mitteilung Dr.Kai Kelch aus der Erinnerung)

Später wurde es dann 1918/19 für 1 Mill. RM gekauft von der Familie Dr. Max und Margarete Kelch, die letzten Besitzer bis 1945. Sie sind beide beerdigt auf dem Kirchhof in Schmagerow. Frau Margarete Kelch schrieb eine umfangreiche Beschreibung und Geschichte des Gutshauses in vergangenen Jahrhunderten in mehreren Folgen: "Das alte Gutshaus"  -  Erzählungen aus Nachkriegszeiten vergangener Jahrhunderte. Veröffentlicht in der Zeitschrift "Die Landfrauenarbeit"  1949 - 1950.

Nach der Wende 1990 konnte einer der Söhne  (Gerd Kelch) einen Teil des Gutsgeländes von der Treuhand zurückerwerben. Nach seinem Tode 2013, er ist ebenfalls dort auf dem Kirchhof bestattet, ist die Besitzerin des heutigen kleineren Neubaues seine Witwe Helma Kelch aus Rendsburg (zit. nach Dr. Kai Kelch).

 

 

                                                             Saltzow, Salzow

 

Salzow, ehemals Vorwerk von Ramin bzw. Schmagerow wurde es  1911/12  verkauft an die Familie Fritz Lüder.  Sie betrieb eine moderne Landwirtschaft. Sie wurde 1945 von der russischen Besatzungsmacht enteignet, der Sohn Kurt Lüder erschossen.  Eine Rückübertragung nach der Wiedervereinigung wurde mit Verweis auf den Einigungsvertrag abgelehnt.

Heute ist S. wüst, nur die Straße von Löcknitz und der L  283 kommend und nach Schmagerow führend ist jetzt asphaltiert.

 

                                                            Boeck  ,  poln.  Buk

Schriftlich erwähnt wurde die Ortschaft Boeck erstmals 1284, vermutlich als Dorfgründung vom Herzog Bogislaw IV. geschenkt an das Marienstift Stettin zu dessen Unterhalt. (K.Kalita-Skwirzyńska, M.Opęchowski)

Im Jahre 1412 befanden sich das Anwesen Boeck mit dem See Niendorp, die Hälfte des Sees Krintz, die Dörfer Sonnenwald, Blankensee, sowie die Zinsabgaben aus den Dörfern Daber, Kasekow und 16 Hufen Land beim Dorf Plöwen im Besitz Friedrichs von Ramin.

Im Jahre 1551 bestätigte Herzog Philipp den Besitz der Familie in Boeck zusammen mit dem einiger Vorwerke (in Aalgraben, Sonnenwald, Habichtshorst, Laak, Neuhof, Marienthal, Fuchsloch, Grunewald sowie im Dorf Plöwen). Später wurde der Besitz unter den Brüdern Christoph und Friedrich aufgeteilt, sie waren die Söhne des Busso v.Ramin  (* um 1460, † um 1529) auf Boeck , Daber und Kasekow, Rat und Kanzler in Stettin.  Christoph v.Ramin (*1503 , †1552) erbte Boeck, während Friedrich Daber erhielt und später 1555 seinen Besitz um Stolzenburg erweiterte, das dann zum Stammsitz eines neuen Zweiges der Familie wurde. Teile von Boeck (Teil A) wurden 1720 für 6700 Taler an den Nachbarn Otto Gustav v.Lepel verkauft, die ohnehin wegen eines Darlehens an ihn verpfändet waren.

(s. K.Kalita-Skwirzyńska, M.Opęchowski  sowie O.M. v.Lepel) )

   Kirche in Boeck  2016     Kirchen Ostseite in 2016

 

 

 

                                                            Daber ,    poln.  Dobra

 

                                                            
 
                                                    Die Kirche in Dobra heute  mit dem (leeren) Glockenstuhl          
 
Ebenso wie in Buk weisen in Dobra deren Namen auf slawische Wurzeln, auch wurden Siedlungsüberreste und Gräber als Spuren slawischer Siedlung nachgewiesen. Im 14. Jahrhundert erwarb das Geschlecht derer von Ramin, Stammsitz in der Ortschaft Ramin,  mehrere Ländereien in der Gemeinde Daber, gegen Ende des Jahrhunderts die Dörfer Boeck und Daber.   (K.Kalita-Skwirzyńska, M.Opęchowski).
Damals spaltete sich das Geschlecht in zwei Stammlinien, die braune Linie (Stammsitz in Ramin und Besitz im Dorf Krackow) und die gelbe Linie (Besitz in Daber und Boeck sowie Nassenheide). Als Stammvater der gelben Linie gilt der 1412, 1446 und 1449  in Urkunden erwähnte Friedrich (Christoph) v.Ramin  "tor Böke" (dto., P.Lesko)
  Kirche in Daber von Südwest

 

                                                 Sonnenberg

 

                                                Sparrenfelde ,  poln. Skarbimierzyce

Sparrenfelde wurde 1243 erstmalig erwähnt (Albertus de Sparrenfelde), Anfang des 14.Jahrhunderts gehörte es der Familie v.Brakel, dann derer v.Wussow. 1591 verkaufte Adam v.Wussow Sparrenfelde an die Brüder v.Ramin. Abgesehen von kurzen Unterbrechungenn blieb das Dorf bis 1754 im Besitz der Familie v.Ramin, dann wurde es an den  Margrafen Friedrich von Schwedt erkauft. Das Herrenhaus mit der historischen Gutsanlage ist noch heute erhalten, erbaut nach 1790 unter Gustav v.Stockhausen

 

 

 

                                                    Stolzenburg ,   poln.  Stolec

Stolzenburg soll n. Pfarrer Lesko in den Urkunden erstmalig 1280 erwähnt und von einem Ritter Alricus de Stoltenborgh gegründet worden sein. Um 1300 wurde das Dorf unter unklaren Umständen von den Rittern von Blankenburg übernommen. 1544  verkaufte ein Asmus v.Blankenburg, erbgesessen zu St., Stolzenburg an Friedrich v.Ramin (kgl. dänischer Obermarschall , pomm. Landrat), Sohn des Busso v.Ramin ( ca. 1460 – 1529), nachdem die v.Ramin schon benachbart Nassenheide, Boeck und Daber sowie Baumgarten besaßen.  Dazu gehörten die drei „wüsten“ Feldmarken Gorin ( später Glashütte),  Lenzen und Pampow.  Friedrich, Kgl. dänischer Obermarschall und pommerscher Landrat  war offenbar von 5144 – 1588 Besitzer ( † 1588), danach teilten sich die Söhne und Brüder Friedrich (†1642) und Kaspar in die Besitzung, während der (älteste?) Sohn Jürgen Daber erhielt und die Tochter Elisabeth den Hinrich v.Ramin auf Ramin, Schmagerow, Retzin, Lebbehn, Saltzow und Sonnenberg ehelichte.

Kaspars Anteil erbte der Schwiegersohn Christian Sigismund v.Schack (Ehemann der Tochter Anna v.Ramin), er ging ca. 1660 in Konkurs (?). Die Witwe Anna und der gemeinsame Sohn Hans Christian v.Schack gründeten zusammen mit Berndt Otto (s.u.) 1662 die Glashütte in Gorin.

Friedrichs Anteil am Stolzenburger Besitz ging dann auf seinen Sohn Berndt Otto (†3.1.1682) über, danach erhielt dessen zweiter Sohn Bogislaw per Los den Stolzenburger Anteil. Er verzichtete aber und überließ seinem älteren Bruder Adam Friedrich (*1663, †1697), schwed. Hauptmann über Usedom, Wolgast und Rügen, seinen Anteil für 18535 Taler. Hans Christian v.Schack († 1700) hinterließ nur zwei Töchter. Seine Witwe  Amalia Katharina (von Brink) verkaufte ihren Anteil an Fr.W.von Versen, dieser verkaufte 1718  an die Stettiner Fam. Schack.

                       

 

                                                       Copyright by  Edward Masniak

        weitere Stolzenburger Geschichte:

Adam Friedrichs Sohn Jürgen Berndt,  geb. 1693 - gest. 1775, der nachmalig über 10 Jahre Landrat des Randower Kreises war, erbaute dann das barocke Herrenhaus  1726 - 28 . ( Ein Umbau erfolgte Endes des 18.Jahrhunderts  (1771) sowie Anfang des 20.Jahrhunderts, sodass die ursprüngliche Raumstruktur und Ausstattung verloren ging.) Im Tympanon wurde das Familienwappen als Doppelwappen (Allianzwappen/Ehewappen) plaziert, es symbolisierte die Vereinigung der Zweige der "brauen" und der "gelben" Linie :  Jürgen Berndt Eleonore v.Ramin aus dem Hause Ramin,  geb. 1698, gest. 1727 im Wochenbett nach der Geburt des 7. Kindes (1.Ehe), Tochter des Erdmann Christian Friedrich v.R auf Ramin, Brunn und Petershagen (geb. 1661, gest. 1728).

Jürgen Berndt erhielt sein Stolzenburger Erbe erst, nachdem er volljährig wurde. Kam dann nach dreijährigem Prozeß 1718-21 durch Vergleich in den Besitz des v.Versen/v.Schack´schen Anteils an Stolzenburg. Er erwarb dann weiterhin als Agnat des verstorbenen  Bruders von Erdmann Christian, Carl Otto v.R , der erbenlos verstarb, Brunn und Petershagen, tauschte Ladenthin gegen Sparrenfelde ein, kaufte vom Schwager Jürgen v.Grevenitz (Ehemann seiner Schwägerin Maria Lowysa) Saltzow, Schmagerow, Sonnenberg und den pomm. Teil von Retzin, von Lt.v.Baseler die Güter Kyritz und Lebbehn. Es gelang ihm nur nicht, trotz langen Prozessierens,  vom Grafen v.Lepel Nassenheide zurück zu erwerben.

Weiterhin ließ er von 1731-35 eine neue Kirche in Stolzenburg erbauen, wohl nach der Zerstörung des Vorgängerbaus im Nordischen Krieg 1700.

 

Im Testament wurde von Jürgen Berndt sein 6. Sohn Otto Ludwig als Erbe eingesetzt, dieser starb jedoch wenige Monate nach Jürgen Berndt. Dessen Sohn Jürgen Bernd Wilhelm  folgte nach Erreichen der Volljährigkeit als Erbe. Als begeisterter Reiter verunglückte er 1792 bei einem Galopp tödlich, 28 Jahre alt. Seine Ehefrau Wilhelmina geb. Gräfin von Haake errichtete ihm zu Gedenken das noch heute vorhandene Grabmal im Kirchhof von Stolzenburg. Sie hatten keinen männlichen Nachkommen. Erbe wurde sein jüngerer Bruder  Friedrich Karl Ludwig, er starb 1794 und wurde als der letzte Ramin auf Stolzenburg in der Krypta der Stolzenburger Kiche bestattet.

Nach dem Majoratsrecht ging das Erbe an seinen minderjährigen Sohn Friedrich Carl Ludwig über, majorenn vergeudete er das Vermögen anstatt es zu mehren. Güter und Vorwerke wurden verkauft, 1858 hatten fünf Ramine,  1862 noch vier Ramine Eigentumsansprüche. 1869 fiel die Entscheidung, den gesamten Besitz zu verkaufen, an den westfälischen Bergwerksbesitzer H.Herrmann. Dieser verkaufte nach 3 Jahren an eine AG, die das Gut ausbeutete. Um einer Zwangsversteigerung zu entgehen wurde 1892 ein Teil der Ländereien verkauft, den Rest mit Stolzenburg und Gorin selbst erwarb August Diestel. 1905 verkaufte er St. an Hans Lentz. Dieser verkaufte dann nach 10 Jahren, so erwarb 1915 Frantz Stock das Gut und Schloß und baute Schloß und Park aus.  (Kalita-Skwirzyńska,K. u. M.Opęchowski).

 

                                     

          

 

                                                                                                                                         

       

              Kirche in Stolzenburg heute                              Grabdenkmal Jürgen Bernd Wilhelm gest. 1792

                                 

 

 
 

                                   Dorfkirche Stolzenburg einst  -  aus Stolec Rzedziny Legi

 

    Grabstein des Eberhard v.Holla in Werben 

    in der Kirche St. Johannis mit den Wappen  seiner Witwe
    Engel v.Ramin sowie von Otto v.Ramin auf Brunn und
    Margarete v.Ramin geb. v.Zotzenow
  

                                                

 

                           Glashütte      früher  Gorin 

Das frühere Vorwerk Gorin, heute der Ort Glashütte, war umgeben von den Naturschutzgebieten Gottesheide mit dem Stolzenburger Schloßsee, dem Lenzener Seebruch und Wilden Moor und dem Landschaftsschutzgebiet Pommersche Boddenküste.  Wegen reicher Vorkommen an Sand, Mergel, Brennholz und Pottasche war es wie geschaffen für die Herstellung des sog. "Grünen Waldglases". Otto Berndt v.Ramin und sein Vetter Hans Christian v.Schack gründeten 1662 hier die Stolzenburger Glashütte und schlossen mit den Gebrüdern Zenker eine Pachtvertrag. Die Glashütte florierte wegen guter Nachfrage nach dem grünen Glas, die 1897 eröffnete Randower Kleinbahn Stettin - Neuwarp  trug mit ihrem Bahnanschluß dazu bei. Als 1929 jedoch die Glashütte unter ihrem letzten Besitzer August Diestel ihren Betrieb einstellen mußte, verlor damit auch die Bahn ihren wichtigsten Güterkunden. Heute findet sich im restaurierten ehemaligen Bahnhofsgebäude  - Stolzenburger Glashütte -  ein Museum zur Geschichte des Ortes und der Glasproduktion.

 

 

                                                       Brunn   poln. Bezrzecze

                                                                       und

                                                      Günnitz     poln.  Gunice

 

                                  

 

    Herrenhaus  Brunn  aus

                                                                                                                      Dobra i Okolice

 

Brunn erscheint in der pommerschen Geschichte erstmalig unter dem Namen „Brunneke“ als Landbesitz der Collegiatskirche zu St.Marien in Stettin , 1266 vom Herzog Barnim pfandweise verliehen. In einer Urkunde vom Jahre 1336, welche die Bestätigung aller Capitelgüter durch Herzog Otto I. enthält, wird der Ort als Landbesitzung zum ersten Male „Brunne“ genannt. 1480 erteilte Herzog Bogislav denen von Lindstedt auf Hagen die Erlaubnis, das der Stiftskirche verpfändete Brunn einzulösen und als erbliches Eigentum zu besitzen. Am 26.7.1585 kaufte der Pommern-Stettinsche Kanzler Otto von Ramin auf Krackow (* 29.4.1536, † 18.2.1610) von den von Lindstedt das Gut sowie alle Gerechtigkeiten und vertauschte den ihn vom Herzog verliehenen alten Bischofsitz zu Stettin gegen den Glambecksee. Die Belehnung erhielt er vom Herzog Ernst Ludwig am 3.11.1585.

1880 wurde das Schloss Brunn von dem Geh.Regierungsrat Otto Friedrich Gebhard v.Ramin im englischen Tudor Stil renoviert, im gleichen Jahr wurde es fideikommissarisch mit dem Gut Günnitz verbunden.

Im 2. Weltkrieg wurde  die Schloßbesitzung Brunn an Karl v.Schöning-Klemmen und Ria v.Schöning verkauft. Der letzte Ramin´sche Herr auf Brunn und Günnitz war Barnim Friedrich Ludwig Erdmann v.Ramin, verheiratet mit Gustava geb. v.Hagen. Er kehrte im März 1945 aus dem Kriege als vermißt in Russland nicht zurück. Gustava fand nach ihrem Tode ihre letzte Ruhe im Familiengrab der Hagen in Wasbüttel bei Gihorn, in der Gedenkstätte auf dem Waldfriehof in Günnitz wurden beider Namen auf einem Gedenkstein eingraviert.

(Pf.Lesko / Dt.Adelsblatt Nr.2, 28 Jhg., 1989)

 

 

      

 
                                                   Nassenheide  poln.  Rzędziny

Nassenheide war im gesamten Mittelalter in den Händen der Familie v.Ramin, nach Kalita-Skwirzynska war bereits 1412  Friedrich Christoph v.Ramin Besitzer von Nassenheide , 1507 ging der Besitz an Busso v.Ramin, nach v.Lepel erst seit 1551 Raminer Besitz, es gehörte zur gelben Linie zusammen mit Böck und Daber. Nach weiteren schweren Verlusten von Einwohnern durch die Kriege gegen Schweden verkauften (?)  die Ramine das Gut 1654 an den schwedischen Oberbefehlshaber der Stettiner Garnison, Major Georg von Löwenborgk.  Zuvor war diese Teil Pommerns nach dem Tod des Herzogs Bogislaw XIV. an Schweden und die Königin Christina gefallen, die sich dann von Böck und Nassenheide trennte und beide dem Major v.Löwenborgh schenkte (Kalita-Skwirzynska). Es konnte bisher nicht geklärt werden, warum die Ramine gerade diesen Besitz verloren. Gegen Ende des Jahrhunderts übernahm dann der schwedische Major Theophilus Michaelis Nasenheide, (Epitaph in der Kirche von Böck).  1720 kaufte dann der preuß. General und Kommandant der Festung Küstrin , Otto Gustaf v.Lepel , Nassenheide. Es blieb im Besitz der gräfl. Familie v.Lepel bis 1826, als der gräfl. Zweig der Familie im Mannesstamm erlosch, und der Besitz auf die Enkel teils in der Gräfl. Familie v.Henckell und Donnersmarck sowie teils der Familie v.Schmeling überging. 1872 kaufte das Gut Graf Harry v.Arnim, Ehemann der britischen Schriftstellerin Elisabeth v.Arnim. Es blieb v.Arnim´scher Besitz bis 1910. Das Schloss wurde am 17.8.1944 nach einem Luftangriff auf Stettin durch einen zurückfliegenden Bomber, der seine restliche Bombenlast abwarf, völlig zerstört.

 

                                                              

           

                                            Vorwerk   Wilhelmshof      

Versiedelung  ca.  1918 - 1920.   Heute  :  restaurierte kleine Kapelle                                          

                                                               Wartin

Südlich von Penkun gelegen, war das Rittergut Wartin ursprünglich ein Lehnsgut der Familie von Blankenburg, dann der von Ramin. Bertold Friedrich von Ramin zedierte 1699 (1695) sein Lehnsrecht zugunsten des Landrates Christoph von der Osten, der nicht nur den Raminschen Teil, sondern auch einen kleineren  Anteil des Majors Carl Heinrich von Wussow übernahm und seit 1704 ganz Wartin besaß. Ihm folgte sein Sohn Joachim Bernd von der Osten (1717). Seine Kinder verkauften das 1778 allodisierte Gut im Jahre 1785 an den Hauptmann Friedrich Berndt Georg von Ramin. Dann gelangte Wartin 1844 an Carl Friedrich W. Rösecke. ( H.Sieber). 1933 befand sich im Schloss eine NS-Gauführerschule.

Heute ist der Besitzer die Stiftung  Collegium Wartinum des Vereins Europäische Akademie, bewohnt und verwaltet von den Professoren Mengel und Elworthy, die es für wissenschaftliche und künstlerische Tagungen und für Studienwochenenden mit Ihren Studenten nutzen.

 

                                                    

 

                         Herrenhaus Schloss Wartin  -   Sammlung A.Duncker
 
 
 
 
                 Schloss Wartin  2012  ( Autor Florian Koppe )

                                                         

 

                                                              Damitzow 

gelegen am Schloßsee bei Tantow
1248  urkundlich erwähnt in einer Urkunde,  in der Herzog Barnim I. dem Kloster Walkenried den Hof Damitzow mit 54 Hufen und das Feld Radekow mit 36 Hufen verleiht.

   27.04.2009  www.Uckermark-region.de

 

   Damitzow heute. C. alleburgen.de

 

                                                               Brüssow

 

Heinrich von Stegelitz war im 13. Jahrhundert der erste Grundherr des uckermärkischen Rittersitzes Brüssow. Laut Urkunde wurde die Stadt Brüssow von ihm am 10.Januar 1259 gegründet. Nachdem Henning von Stegelitz ca. um das Jahr 1435 Brüssow verließ, erhielten die aus Pommern stammenden Brüder Claus (†1486) und Otto (†1473) von Ramin Brüssow vom Stettiner Pommernherzog Joachim zu Lehen. (Staatsarchiv Stettin / Anhang I Nr. 8 in Arch.Pomer. anno 1449). Danach verblieb das „ritterschaftliche Städtchen“ Brüssow bis 1725 im Besitz der Familie von Ramin, seit ca. 1590 wurde es wie ein Dorf mit einem Schulzen verwaltet, das Brüssow einst die Rechte einer Stadt ( als Mediatstadt ) gehabt hatte, war gegen Ende des 17.Jahrhunderts völlig in Vergessenheit geraten. die städtische Steuerform der Akzise wurde erst 1716 eingeführt.

    

                     Gutshaus Brüssow  einst                                       Gutshaus Brüssow  heute

                                 (mit freundlicher Genehmigung der heutigen Besitzerin Frau Ingrid Haase).

 

 

                                                                         

 

                                                                 Stadtwappen  Brüssow           

    

Schon unter dem Vater Barthold Friedrich, geb. 1650, gest. 18.2.1706,   und sodann nach der schwierigen Erbschaftsteilung  mit Verlosung von drei Kaveln unter den Brüdern Friedrich Ehrenreich (der Vater, geb. 5.6.1685, gest. 1734,  s.u.), Adolph Christoph (geb. 19.3.93, gest. 14.5.1728) und Markus Heinrich (geb. 2.4.1695) war die Besitzung Brüssow  ( großer Hof, alter Hof, neuer Hof ? und Wolschow)  derart hoch verschuldet, dass es  1725 zur Zwangsversteigerung kam.  Als einziger Bieter trat der Adjunctus Fisci Voßwinkel für König Fr.W. I auf und ersteigerte die gesamte Besitzung für den Kronprinzen Fr.II.  zu einem Preis von 44 000 Talern.  Als die Brüder später mehrmals per Eingabe an den König um Wiedereinlösung des Gutes – auch mit dem Hinweis darauf, Brüssow und Wollschow wären 80 000 Taler wert – baten, wurde diese Wiedereinlösung mehrmals „hartherzig“ abgewiesen. Seither war das Gut kronprinzliche Domäne, später Königliches Domänen Amt.  ( Jahrbuch des Uckermärkischen Museums- und Geschichtsvereins in Prenzlau 1941).

 

„Ironischerweise“ wurde dann später der Sohn Friedrich Ehrenreich (geb. 9.4.1709 , gest. 2.12.1782)  unter König Fr.II  ein von diesem protegierter Generallieutnant und von 1767 bis zu seinem Tode Gouverneur der Stadt Berlin, residierend im Gouverneurshaus. Dies infolge der guten Dienste und vortrefflichen Haltung in den drei schlesischen Kriegen, insbesondere in der Schlacht bei Zorndorf. Er erhielt den Schwarzen Adler Orden verliehen und mit dem Ausscheiden aus dem Militärdienst als Präbende Cammin als Domprobst.

    

 

 

 


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