Ursprung und Anfang.  Teil II

Um die Wende des 12. und 13.Jahrhunderts kamen somit ( s.o.) Glieder dieses alten deutschen Adelsgeschlechtes nach dem slavischen Pommern und gewannen im Gefolge der Fürsten und Bischöfe alsbald hohes Ansehen und reichen Besitz, besonders im Kreise Randow, wo sie zu den „barones terrae“ zählten. (Pfarrer Lesko). Pommern war auf dem Reichstag zu Lübeck 1181 Deutsches Reichslehen geworden.

Daß die Kolonisatoren zum Teil in Familiengruppen in das Land kamen, scheint erwiesen durch Wappenzeichen, die später in gleicher Form von Trägern verschiedener Familiennamen geführt werden (z.B. v. Ramin, v. Bredow,  de Valkenrehde ?, v. Flatow ?, v. Wansdorf ? u. ähnlich v.Donop, v.Hagen (Burg Warburg am Elm, Tetzelstein), v.Lützow). 

(u.a. nach der Familienchronik der Familie v.Bredow)

Familiennamen treten erst in der ersten Hälfte des 13.Jahrhunderts auf, die damals schon sesshaften Wappenträger nannten sich in der Regel nach ihren Besitzungen.

( Familiengeschichte der Familie Bredow - Über 750 Jahre Bredows)

Regierungspräsident Landrat Christian Friedrich v.Ramin diskutiert auch die Möglichkeit, dass das Geschlecht wendisch-slawischen Ursprunges sei (ähnlich wie etwa die Familie v.Kleist), da Veit (Unum s.u.) bereits 1187 als Zeuge angeführt wurde, während die (sächsischen) Einwanderer erst  1196 bzw. 1222 angekommen seien.

Urkundlich erwähnt wurden :

1187/1188 fraglich Veit und/oder Unon   -  ( Elzow, Micrael, von Zedlitz) -  eher ein Irrtum, denn die Urkunde nennt nur einen Unun de Camin (Bagmihl). Es erscheint jedoch nicht der Familienname de Ramin, auch erscheinen die Eigennamen in Pommerschen Urkunden nicht vor dem zweiten Viertel des 13ten Jahrhunderts. (Bagmihl, Pommersches Wappenbuch 1843). -    Seine Frau Margareta ?

Ausserdem nannte sich die Familie ursprünglich über zumindest zwei Generationen hinweg de monte.  

1205/1209  Viktor  und  1200/1216  Busso  nach einer alten Stammbaumtafel beides wohl  Brüder !  (GPStA  XV HA Rep. 28 Nr. 47089)

(1237, 1283  Theodoricus de Berghe ?   - Berghaus - Landbuch des Herzogtums Pommern, S. 1681 -   Klempin)

(1242, 1246  Martinus prepositus dominarum (Probst der Damen) de Monte  (hier muß erwähnt werden, dass das 1193  gegründete Nonnenkloster (Zisterzienserinnenkonvent) auf Rügen de Monte benannt wurde, später de Berghe und das zugehörige Dorf villa monte und auch Villa Berghe, dies war der Ursprung der Stadt Bergen auf Rügen.)  -   Martinus dominus plebanus (Leutpriester, Pfarrer) de Rambyn (hier dürfte es sich wohl auch eher um Rambin auf Rügen handeln.  (Zitiert aus  Robert Klempin -  Pommersches Urkundenbuch  1886)

(1253   Arnoldus de Berghe  hat 20 Hufen im Dorfe Sparrenfelde vom Orden S. Wilhelm gekauft)

1280   Henricus de Rambin, miles, Ratsherr zu Stettin*

1286   Ludolfus  de Monte, consul in civitate Stralessunt  (Berghaus - Landbuch s.o.)

         *Henricus de Monte  - Vater des Otto de Rambin,( Mutter Margareta)

Erster gesicherter Nachweis des Geschlechtes:

1254/67/70/71/80  -  1321 Otto de Monte, miles, nannte sich dann Otto de Rambyn, belehnt mit Ramin und Krackow  (H.Beckmann)

Urkundlich : 1267 Herzog Barnim I. (1220 - 1278) schenkt dem Nonnenkloster bei Stettin das Dorf Pyarch, in einer anderen Urkunde das Dorf Zabelsdorf (Nembuszow)- als Zeuge Otto de Rambyn (Ueckermünde )

1271 Otto v.Ramin schenkt den Minoriten in Stettin täglich 4 Brote und dem Nonnenkloster jährlich drei Talente brandenburgischer Münze, aus dem Gute Krackow zu erheben – gesiegelt mit dem Namen de Monte.

15.4.1280 in Ueckermünde : Bogislav Herzog von Pommern verleiht den Bürgern der Stadt Greifenhagen für ihre Waren Freiheit von Zoll und Ungeld zu Wolgast und in anderen Städten seines Gebietes. Presentes aderant (als Zeugen) : …. Otto de Rambyn ….. ( Mecklenb.Urkundenbuch IV S. 227 )

(weitere Mitteilungen als Urkundenzeuge 1321-25 für die Herzöge Otto I. und  Barnim III.)  (Bagmihl und Heinemann), dto. 1326 (Hinrik Ramin - allerdings belegt als Hinrik Ranim ?)

Ottos Vater war Henricus de Monte (s.o.) , seine Ehefrau Ida, seine Brüder Hartwicus, Hildebrandus, seine Schwester Margareta.

Der 1270 zu Ramin im Kreise Randow burggessene  Otto de Monte, miles, und in der Folge alle pommerschen Geschlechtsvettern vom gleichen Namen, Schild und Helm nannten sich fortan nach diesem Burgbesitz „von Ramin“ und hatten untereinander auf ihren Gütern die gesamte Hand.  (siehe hist. Begriffe)

Nach einer anderen Quelle hatten die Linien des Geschlechtes v.Ramin verschiedene Stammväter, die Vettern waren und unter dem Namen "von Berge" (de Monte) nach Pommern gekommen waren. Zwei Geschlechtsvettern Otto und Ghiso "von einem Stamm, Schild und Helm" nannten sich seit etwa 1270 nach dem ihnen gemeinsamen Besitz Ramin. Sie und ihre Nachkommen hatten auf allen ihren Lehngütern die gesamte Hand. (RA Dr.Schwartz -  Geschichte der Stadt Brüssow)

1375   Otto von Ramin  1375  auf Zernikow ( heute Teil der Gemeinde Holzendorf / Nordwestuckermark). (Gothaisches Taschenbuch des Uradels 1905).

1468 wurde die Burg Löcknitz von den Brandenburgern erstürmt, die Brüder Vick und Ulrich v.Rammyn werden gefangen.  1487 Heinrich von Ramin wird belehnt mit Saltzow und dem pomm. Teil von Retzin.

1614 der Vormund Alexander v.Ramin (Ratsherr, Kämmerer, Bürgermeister von Stettin, * geb. 1572, † 1622) kauft für die unmündigen Söhne seines verst. Bruders, des Kanzlers Otto ("der jüngere", * geb. 1536, † 18.2.1610) auf Krackow und Brunn - Brun-Otto und Philipp-Ernst - den märkischen Teil von Retzin.  (H.Beckmann).

Im 16. und frühen 17. Jahrhundert : Zu der Gruppe der größten Güter im festländischen Teil von Pommern-Wolgast zählten 7 Besitzungen. Durchweg die Stammgüter von großen und politisch einflußreichen Adelsgeschlechtern wie v.Eickstedt, v.Ramin, v.Neuenkirchen, Buggenhagen und Behr. (S.141) Und : Hier lagen die Stammgüter solch bedeutender Geschlechter wie der v.Eickstedt und v.Ramin, die sich im Untersuchungszeitraum durch eine besonders intensive und anhaltende Nähe zum Herzoghaus auszeichneten. Sie stellten von 1557-1598 die Kanzler des Herzogtums Wolgast, mehrfach bekleideten Vertreter beider Familien das Amt des Hofmarschalls, und in den 1580er und 1590er Jahren befanden sich außergewöhnlich viele Mitglieder der Familie v.Ramin unter den Hofräten und Amtshauptleuten. (Anm.12 -  S. 244 Schleinert, Dirk - Die Gutswirtschaft)

                                        


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