Historische Begriffe

 

Das Lehen

Im Mittelalter wurden die im Dienste eines Herzogs oder Fürsten, dem Lehnsherren,  stehenden Ritter oder Ministerialen als Vasallen für Ihre zu leistenden Dienste (Teilnahme an Kriegszügen (Heerfahrt) sowie Gestellung von bewaffneten Knechten und gut gerüsteten Reitpferden u. Anwesenheit am Hof (Hoffahrt)) mit der Nutznießung von Grund und Boden entlohnt. Das gegenseitige Treue- und Dienstverhältnis zwischen Lehnsherrn und Lehnsträger wird durch den Lehnseid des Vasallen begründet und bekräftigt. Nach Aufkommen der stehenden Heere erübrigte sich der ritterliche Dienst, so wurde nun in Brandenburg-Preußen statt der Gestellung von Lehnspferden eine Geldabgabe verlangt, sog. Lehnspferdegelder. Der König von Preußen verpflichtete zugleich die Lehnsträger, sich dem Offiziersdienst nicht zu entziehen, die adligen Grundherren waren angehalten, dem Landesherren Beamte und Offiziere zur Verfügung zu stellen. Das Lehen erhielt der Vasall unter der Bedingung gegenseitiger Treue zum erblichen Besitz unter dem Vorbehalt des Anheimfalls an den Lehnsherrn. (nach O.M.v.Lepel sowie Wikipedia : das Lehnswesen)

 

Die Mutung

Lehnserneuerung, bei der die Lehnstaxe zu bezahlen war, bei der zugleich weiterhin ein wortreicher Lehnseid verlangt wurde.  Der Name  leitet sich ab von alt- und mittelhochdeutsch muoten gleich begehren. Unter Mutzettel wurde ein Bittschreiben verstanden, in welchem um die  (Wieder-) Belehnung angesucht wurde, oder auch die Schrift des Lehnsherren, in welcher er bezeugt, dass der Lehnsmann die Belehnung bei ihm gesucht habe. Letzterer musste binnen Jahr und Tag (1 Jahr 6 Wochen 3 Tage) ein schriftliches Gesuch (Lehnsmutung) einreichen und um Erneuerung der Investitur bitten; doch konnte diese Frist auf Nachsuchen durch Verfügung des Lehnsherrn (Lehnsindult) verlängert werden. Nach erfolgter Belehnung erhielt der Vasall den Lehnsbrief. (s.o.)

Gesamthand

Gesamthand = Nutzungsteilung :  Die Nutzungsteilung an Gesamthandeigentum bedeutet die Teilung der Verfügungsgewalt über die Gesamthandsache. Früher auch als Nutzteilung, Örterung, Mutschierung bezeichnet. 1. Örterung ist die Vereinbarung, durch die Teile eines Lehens oder eines Herrschaftskomplexes Personen zur Sondernutzung zugewiesen werden. 2. Mutschierung ist die Vereinbarung bei einem gesamthänderisch besessenen Gut (Erbe,Lehen), eine Nutzungsteilung vorzunehmen. Entspricht einer Ganerbschaft, bei der die Erben nur gemeinsam über das gesamte gemeinsame Familienvermögen verfügen können – Gemeinschaft zur gesamten Hand )

Gesamtlehen = Belehnung zur gesamten Hand : Belehnung an die gesamte lehntragende Familie nach preuß. Recht (seit 1794 Allgemeines Preußisches Landrecht) bedeutete, das Lehen ist generationsübergreifender Familienbesitz, der aktuelle Lehnsträger Treuhänder seiner Kinder, Enkel und Agnaten. Die Lehnsfolge darf der Lehnsgutbesitzer nicht ändern, ihm fehlt somit das freie Testierrecht. Familie war somit ein durch Blutsverwandtschaft gekennzeichneter adliger Sippenverband, der sich durch Abstammung von einem gemeinsamen Ahnherren und durch lehnsrechtliche Verbundenheit mit einem Stammsitz (Burg, Schloss, Herrenhaus) auszeichnete. Für Familie sagte man auch Geschlecht.  (Siehe bei O.M.v.Lepel)

 

 


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