Güter und Besitzungen

 

                                                                   Die  Linien

 

Im Laufe des 15.Jahrhunderts teilte sich das Geschlecht in zwei bzw. drei Linien : die Raminsche und Krackowsche Linie ( die "braune Linie"), deren Brüssow´sche Nebenlinie und die  Boecksche Linie ( die "gelbe Linie" in den Lehnsakten, teils auch als "rote" Linie bezeichnet). Die erstere ist mit Erdmann Christian † 1703 und seinem 14 jährigen Sohn Alexander Heinrich † 1710 im Mannesstamme erloschen, während die Brüssow´sche Nebenline mit General Friedrich Ehrenreich † 1782 und seinem Bruder Major Idel Adolph † 1785 ebenfalls im Mannesstamme erloschen ist.

Alle heute noch lebenden Ramine und Ihre Nachkommen stammen somit von der Linie  Boeck - Stolzenburg und ihrem Stammvater Friedrich † 1588 (kaufte 1544 Stolzenburg) ab.

Zugehörig waren, wechselnd in den Zeitläufen, Gemarkungen bzw. Güter : Ramin, Krakow b und c (kamen ca. 1705 an die neumärkische uradelige Familie v.Ploetz : Hans Joachim v.Ploetz * 1622, + 7.7. 1675 in Stettin, ehelichte 1646 Tessina Margarete Phillipina Erneste v.Ramin a.d.H. Krakow - Bagmihl und Gothaisches Taschenbuch 1907), Boeck, sodann Schmargerow, Saltzow, Teile von Retzin, Sonnenberg, Wilhelmshof, zeitweilig Lebbehn (beide Teile ab 1753), Kyritz, Grambow, Gellin, Bismark usw. sowie Daber, Nassenheide, Sparrenfelde, Günnitz, Brunn, Wartin, Stolzenburg, Blankensee, Gorin (Glashütte), Kasekow, Lentzen, Pampow, Plötz, Plöwen, Raminshagen,  Damitzow, und Brüssow, Baumgarten, Wollschow, Teile (Caveln) von Woltersdorff, Zernikow (Gemeindeteil von Holzendorf, heute Gemeinde Nordwestuckermark), Schenkenberg, Carmzow, usw.

Gegründet wurden Vorwerke wie Sonnenwald, Aalgraben, Fuchsloch, Grunewald, Habichthorst, Laak, Neuhof, Marienthal . (K.Kalita-Skwirzyńska, M.Opęchowski

 

                Güter und Besitzungen des Stammes  Ramin / Krackow

 

                                                                Ramin   (Rambyn)

Das Dorf  Ramin im Randow Kreis in Vorpommern darf nicht verwechselt werden mit dem Kloster Rambin auf Rügen bei der Stadt Bergen. Erste urkundliche Erwähnung .....   ca.  1240  ( 750 Jahrfeier in 1990).

Das Gutshaus Ramin, ursprüngliches Baujahr nicht bekannt, massives Kellergeschoß mit meterdicken Felssteinmauern (Findlingsgrundmauern). Barocker zweigeschossiger Neubau ca. 1750 auf den alten Grundmauern und Kellergewölben des Vorgängerbaus in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Familienwappen über dem Portal oben am Mittelrisalit.  Erdgeschoß mit großer Halle, Decke in der Nazizeit getäfelt mit nationalistischen Intarsien (das Gut war in dieser Zeit  HJ-Gebietsleiterschule: "Haus Mallon".).

Von 1945 - 49 Flüchtlingsunterkunft wurde dann dortselbst eine Landwirtschaftsschule und Schäferschule bis 1969 untergebracht. Ober- und Dachgeschoß wurden später ausgebaut mit Vermehrung der Anzahl der Dachgauben und Ausbau mit Schlafkammern und Bädern für das Heim schwer erziehbarer Jugendlicher 1969 bis 2003. Dann Verkauf durch den Landkreis Uecker-Randow an Privatinvestoren, die es jedoch nicht nutzten und 5 Jahre ohne Sanierungs- oder Wartungsaktivitäten leerstehen liessen. Jetzige Besitzer sind seit 2008 Frau Jolanta Grenke und Herr Edward Orlowski, die sich bemühen, das Haus sowie die Parkanlage zu sanieren, und einen Förderverein für das Gutshaus und die Förderung der Kunst und der Denkmalpflege gründeten. Es finden regelmäßig Konzerte und Buchlesungen statt. Siehe auch www.gutshaeuser.de und www.gutshaus-ramin.de

Über eine Freitreppe auf der Rückseite des Gutshauses und eine terrassenförmige Wiese gelangt man in die Schloßgartenanlage von 7,5 ha mit großem alten Baumbestand und einem Schloßteich mit kleiner Brücke sowie zwei künstlichen Inseln, angelegt ca. 1751.

Es gibt noch erhaltene Wirtschaftsgebäude wie Kornspeicher, Scheunen und Stallungen, eine Gärtnerei und eine restaurierte Brennerei, Besitzer der Letzteren ist Herr Werner Schmidt.  Den größten Teil der Wirtschaftsgebäude betreibt die erfolgreiche Agrar-GmbH. Ramin.

 

 
 

       Dorfkirche Ramin (älteres Foto : Ansicht von Osten her) - aus einem KIrchenprogrammheft

 

Dorfkirche Ramin : Interieur Ostseite mit Altar und Kanzel  (2015 UvR)

 

Dorfkirche Ramin :  Interieur Westseite mit Orgelempore   (2015 UvR)

Dorf Kirche Ramin :  Glocke mit Doppelwappen v.Ramin  (2015  UvR)

 

 

 

Letzte Herren auf Ramin und Schmagerow  (siehe dort):

Heinrich Bogislaw Friedrich v.R  * 1755  † Schmagerow 9.2.1825 Herr auf Schmagerow und Ramin, kgl. pr. Premierlt. a.D., ∞ 1782 A. Albertine F. v.Gloeden

1. Sohn Karl Otto Friedrich Wilhelm v.R  * Schmagerow 22.4.1788, † 29.12.1852 Stettin, Herr auf Ramin  und Sonnenberg - Lorenzhof . Verkaufte beider Güter mittels notariellem Vertrag vom 6.Oktober 1851 an seinen Neffen Kuno Friedrich W.A.B. v.Ramin s.u. , für den der Besitztitel unter dem 18. Mai 1852 berichtigt worden ist.

 ∞ 1847 Marie Friederike Daehn gen.v.Sydow

2. Sohn Wilhelm Ludwig Hans Friedr. Alexander v.R * Schmagerow 29.12.1789, † 8.8.1844 Schmagerow, Herr auf Schmagerow und Saltzow, kgl. pr. Oberstlt. a.D., ∞ Henriette v.Saldern aus dem Hause Wilsnack. Sie hatten neben drei Töchtern ( Hildegard, Brunhilde und Adolfine)  drei Söhne :

     1). Sohn von 2. war  Kuno Friedrich Wilhelm Albert Bernhardt v.R * Berlin 25.3.1823, † 2.7.1879 Pankow bei Berlin, vorm. interimistisch Herr auf Ramin und Sonneberg (s.u.), zugleich Mitbesitzer von Schmagerow und Saltzow und von einem Anteil von Stolzenburg ( Berghaus - Landbuch des Herzogthums Pommern  S.  1682). 

Kgl. pr. Premierlt. a.D., ∞ 1857 Luise adopt. Fürstenhaupt geb. Schmidt.

Diese hatten drei Söhne Konstantin (kgl. preuß. Rittmeister), Viktor (kgl. Preuß Fähnrich mit 22 J. gest.) und Edmund Hans Alfred Richard (vormals Herr auf Gussow bei Königs-Wusterhausen), sowie zwei Töchter Hildegard und Brunhilde.

      2). Sohn von 2. war  Udo Friedrich Kurt v.R * Schmagerow 24.11.1827, † 1.5.1881 Stettin , Herr auf Schmagerow, Saltzow und Wilhelmshof, ∞ Anna Charl. Emilie Karoline v. Köller-Banner

Sie hatten neben drei Töchtern den

       Sohn (1)  von 2). Hans Jürgen Berend v.R. *  Garz 15.7.1861,  † 5.2.1929 Potsdam, Oberst a.D. , wohl letzter Herr auf Schmagerow s.unten , ∞ Ursula von Voß. Aus dieser Ehe entsprossen nur zwei Töchter (Maria Augusta - Adi und Ursula Elisabeth).

      3.) Sohn von 2. war Bodo Karl Wilhelm v.R * 5.8.1831 Schmagerow, † 23.3.1863 in Brieg/Schlesien. Königl. preuß. Premierleutnant im Inf.Reg. Nr. 23

 

Nach der Handmatrikel der preuss. Rittergüter (Rauer, Karl Friedrich) besassen noch 1857  Ramin und Sonnenberg der o.g. Kuno v.Ramin, Schmagerow die Gebrüder v.R (vermutlich Udo und Bodo),  Herr v.Ramin (?) besass Salzow,  Konstantin v.R ( Sohn des Ludwig Friedr.Aug.Heinr. v.R. auf Daber, * 1824, † 1859), hatte Daber und Lebehn bereits verkauft ( an v.Brandeck-Nadrense) und  5 Lehnsvettern besassen anteilig Stolzenburg  (Reg.Ass. v.Ramin ((vermutlich Otto Friedrich Gebhardt v.Ramin * 15.7.1815 † 5.7.1882)), Landschaftsdirektor v.Ramin (?), Landrat v.Ramin ((Rud.Friedrich Eduard * 2.5.1800 † 18.1.1872 )), Gebrüder v.Ramin auf Schmagerow  (s.o.) und Konstantin v.Ramin auf Daber). 

 

Die Familie von Ramin musste das Gut Ramin schon vor 1892 (ca. 1869/70 oder 1880/85 ?) aus wirtschaftlichen Gründen verkaufen, der Gutsinspektor Holtz war Gläubiger und übernahm das Gut. Es gehörte  nach P.Niekammer 1892 bereits den Holtz´schen Erben, d.h. dem Schwiegersohn der Familie Holtz, dem Regierungsbaumeister Kreis. Dessen Tochter wurde die Ehefrau des nächsten Besitzers (von ca. 1910 – 1931), dem Ökonomen und Chemiker sowie Politiker Geh.Reg.Rat Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm Semmler  (* 11.5.1860, † 15.3.1931), der das Gut von seinen (Schwieger-) Eltern erbte und es als begeisterter Landwirt ausbaute und betriebswirtschaftlich wieder ertragreich und finanziell stabil machte (Pächter war die Pommersche Saatzucht GmbH.). Leider ging er in der Weltwirtschaftskrise 1929/30 am Tabakanbau bankrott. Als er starb – sein Grabmal findet sich im Kirchhof – fiel das Gut an den preußischen Staat, d.h. das Gut wurde von der Deutschen Gesellschaft für Innere Kolonisation aufgekauft und zersiedelt. (Verschiedene Quellen ) Es wurde dann "Reichs-Gebietsführerschule" bis 1945, s.o.

                 

 

 

                                             Gut Ramin auf altem Gemälde  (Besitz  Dr.v.Ramin)

                                                 Maler unbekannt, evtl. ein Familienmitglied ?

  ähnliches Bild auf einer "Familentasse"

Gutshaus Ramin vom Park aus gesehen.

(unbekannter Maler des Aquarells, Besitz von Reinhard v.Ramin/Stadtsteinach)

                       

                                          

 

                                                     Gutshaus Ramin  heute (2013)

                              (Mit freundlicher Genehmigung Förderverein Gutshaus Ramin e.v. )

 

                                                              Schmagerow

 

Ein Ritter  Godeko (Godekinus) oder Gottfried de Schmogerowe (Vogt/Advocatus zu Pyritz) erscheint urkundlich als Zeuge in zahlreichen Urkunden  in  Luckow in den J. 1260, 1261, 1263, ….   Möglicherweise handelt es sich hier um einen Ritter des slawischen Adels.

öööö

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                           Gutshaus Schmagerow Gartenseite ca. ....? 

Letzte Herren auf Schmagerow : Udo v.Ramin geb. 24.11.1827, gest.1.5.1881   ∞   Anna v.Ramin geb. v.Köller-Banner geb. 4.7.1838, gest. 12.2.1911  (siehe oben unter Ramin )

Sein Sohn  Hans Jürgen Berend v.R.  * Garz 15.7.1861, † 5.2.1929 Potsdam, Oberst a.D., war wohl letzter Herr auf Schmagerow, ∞ Ursula von Voß, hat das Gut wohl verkaufen müssen, ca. um 1910. Er hatte drei Schwestern Luise Hildegard, Eva Wanda und Anna Undine Frieda, ausserdem zwei Töchter Maria Augusta (Adi) Sophie Karola und Ursula Elisabeth. Im Mannesstamme ist dieser Zweig Schmagerow somit erloschen.

 

 

 

Grabmal der Eltern des letzten Ramin´schen Besitzers von Schmagerow auf dem Kirchhof der kleinen Dorfkirche Schmagerow

       Dorfkirche Schmagerow : Kanzelaltar  (2015 UvR)

  

     Gutshaus Schmagerow von der Gartenseite 1980, (vor dem Einsturz 1986)

Das Gut Schmagerow wurde ca. im Jahre 1910/11 verkauft an eine Familie  Schwarzlose. (tel. Mitteilung Dr.Kai Kelch aus der Erinnerung)

Später wurde es dann 1918/19 für 1 Mill. RM gekauft von der Familie Dr. Max und Margarete Kelch, die letzten Besitzer bis 1945. Sie sind beide beerdigt auf dem Kirchhof in Schmagerow. Frau Margarete Kelch schrieb eine umfangreiche Beschreibung und Geschichte des Gutshauses in vergangenen Jahrhunderten in mehreren Folgen: "Das alte Gutshaus"  -  Erzählungen aus Nachkriegszeiten vergangener Jahrhunderte. Veröffentlicht in der Zeitschrift "Die Landfrauenarbeit" 1949 - 1950.

Nach der Wende 1990 konnte einer der Söhne  (Gerd Kelch) einen Teil des Gutsgeländes von der Treuhand zurückerwerben. Nach seinem Tode 2013, er ist ebenfalls dort auf dem Kirchhof bestattet, ist die Besitzerin des heutigen kleineren Neubaues seine Witwe Helma Kelch aus Rendsburg (zit. nach Dr. Kai Kelch).

 

 

                                                       

 

 

 

                                                                Sonnenberg
 
  historische Ansicht von Gutshaus Sonnenberg (Lorenzhof?) ca. 1922 Sammlung A.Kobsch Stralsund
 
 
                                              Retzin
 

Die Pommern verloren 1250 im Vertrag von Landin die fruchtbare Uckermark an die Brandenburger. Endgültig wurden nach dem pommerschen Erbfolgekrieg 1468-72 Löcknitz, Plöwen, Bismark und Retzin uckermärkisch, im Friedensschluß war jedoch vereinbart worden, daß die Untertanen (die Ritter) ihre Güter behalten sollten. Die Familie von der Schulenburg als Besitzer auch der Festung Löcknitz verkauften alsbald 6 Höfe in Retzin an den Grundherren Heinrich v.Ramin in Ramin zusammen mit der wüsten Feldmark Salzow (s.d.). Die verkauften Bauern kehrten damit staatsrechtlich zu Pommern zurück, da ihr neuer Grundherr im Kreise Randow wohnte. (Heinrich Beckmann - Halb märkische, halb pommersche Dörfer.) Im Jahre 1614 verkaufte die Familie von der Schulenburg-Löcknitz für 3200 Taler an den Grundherren Philipp-Ernst v.Ramin in Krackow,  der noch seine Belehnung vom Kurfürsten von Brandenburg erhielt und sein halber Dorfteil somit auch im brandenburgischen Staatsverbande verblieb. Beide Dorfteile waren annähernd gleich groß und zwei Schulzen walteten ihres Amtes.

 

                                        Saltzow, Salzow

 

Salzow, ehemals Vorwerk von Ramin bzw. Schmagerow, wurde  1911/12  verkauft an die Familie Fritz Lüder.  Sie betrieb eine moderne Landwirtschaft. Sie wurde 1945 von der russischen Besatzungsmacht enteignet, der Sohn Kurt Lüder erschossen.  Eine Rückübertragung nach der Wiedervereinigung wurde mit Verweis auf den Einigungsvertrag abgelehnt.

Heute ist S. wüst, nur die Straße von Löcknitz und der L  283 kommend und nach Schmagerow führend ist jetzt asphaltiert.                               

 
                                  

 

                                            

 

 

 

 

 

                                              

 

 

 

                                                                                                                                                                                    

       

        

 

 

 

 

                             

 

    Grabstein des Eberhard v.Holla in Werben 

    in der Kirche St. Johannis mit den Wappen  seiner Witwe
    Engel v.Ramin sowie von Otto v.Ramin auf Brunn und
    Margarete v.Ramin geb. v.Zotzenow
  

                                                

 

                    

 
 

 

                                        

           

  

 

 

  

 

 

 

                                                           

 


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